Lexikon

Grundbegriffe zum Thema nachhaltigem Wohnen, Bauen und Leben, die Sie kennen sollten oder nachschlagen möchten finden Sie hier.

Baustoffe

Baustoffe bezeichnen Materialien, die für die Errichtung von Bauwerken und Gebäuden notwendig sind. Dabei handelt es sich meist um Rohstoffe oder Hilfsstoffe. Anfangs werden Baustoffe wie Holz, Lehm und Natursteine in fast jedem Gebäude verwendet. Mittlerweile konzentriert man sich eher auf Massenrohstoffe wie Sand, Kies, Schotter und daraus hergestellte Stoffe wie Zement, Beton, Glas und Stahl. Innerhalb der Nomenklatur werden Baustoffe gesetzlich als Bauprodukt bezeichnet. Alle Artikel zum Thema "Baustoffe"

Bautenstand

Der Ist-Zustand beim Untersuchungszeitpunkt des baulichen Fortschritts bei der Errichtung, Sanierung oder auch Modernisierung eines Bauwerks wird durch den Bautenstand beschrieben. Der Bautenstandsbericht gibt somit Auskunft über den Stand der Arbeiten bei der Errichtung eines Bauwerks und liefert Kenntnisse zum Fertigstellungsgrad. Außerdem dient ein Bautenstandsbericht dem Bauherrn als Nachweis dafür, dass die Kosten, die vorher veranschlagt worden, eingehalten werden. Der Baufinanzierer kann damit prüfen, ob die angeforderten Abschlagszahlungen dem Bautenstand entsprechen. Grundlegend werden diese Berichte von einem sachverständigen Dritten, z.B. dem TÜV, gefertigt. Alle Artikel zum Thema "Bautenstand"

Bioenergiedörfer

Als Bioenergiedorf wird eine Siedlung bezeichnet, deren Bedarf an Wärme und Strom zu mindestens 50 % aus regional erzeugter Bioenergie gewonnen wird. Dabei werden auch Ideen der Bürger eines Bioenergiedorfs aktiv bedacht und in den Entscheidungsprozess eingebunden. Die Energiegewinnung erfolgt aus Bioenergieanlagen, die sich oft im Besitz der Landwirte oder Nutzer vor Ort befinden. Die genutzte Biomasse stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Alle Anlagen werden regelmäßig geprüft und auf den neusten technischen Stand gebracht. Innerhalb Deutschlands gibt es bereits 103 Bioenergiedörfer. Neben dem Umweltschutz konnte bei diesen Dörfern auch die örtliche Wirtschaft gestärkt werden. Teilweise fand eine so erfolgreiche Gewinnung von Wärme und Strom statt, dass die Dörfer mit sehr hoher Produktivität zu Energieexporteuren wurden. Das erste Dorf, das seine Versorgung komplett auf erneuerbare bzw. Bioenergie umgestellt hat, war 2005 das niedersächsische Jühnde.

Biomimetik

Der Fachbegriff Bionik (auch Biomimetik oder Biomimese) bezeichnet die Übertragung von Naturphänomenen auf die Technik. Das älteste Beispiel dafür ist Leonardo Da Vincis Idee den Vogelflug auf Flugmaschinen zu übertragen. Auch der Klettverschluss ist aus der Natur inspiriert: Hier war das haftende Verhalten der Klette Vorbild. Der Bionik liegt die Annahme zugrunde, dass der Mensch von den Vorgängen und Prozessen der Natur lernen und ableiten kann. Das Prinzip, dass sich die Natur ständig optimiert und auf neue Gegebenheiten anpasst, wird dabei auf die Technik übertragen. Es geht also um das systematische Erkennen von Lösungen der belebten Natur. Alle Artikel zum Thema "Biomimetik"

Corporate Responsibility

Der Oberbegriff Corporate Responsibility (CR) beschreibt den unternehmerischen Einfluss, den die Tätigkeit des Unternehmens auf die Umwelt und die Gesellschaft hat. Dabei beinhaltet die CR drei weitere Konzepte: Corporate Social Responsibility (CSR), Corporate Governance (CG) und Corporate Citizenship (CC). Die Begriffe CSR und CR sind in den letzten Jahren innerhalb Deutschlands stark vereint worden. Somit spricht man oft von der unternehmerischen Verantwortung im umfassenden Sinne. CSR handelt in speziellem Sinne von der sozialen und ökologischen Dimension und berücksichtigt dabei die Wirtschaftlichkeit nur als Randbedingung. Es geht innerhalb der CSR also darum, dass die Gewinne umweltverträglich, sozial verantwortlich und ökonomisch erzielt werden. Dabei dienen alle Produkte und Dienstleistungen einer nachhaltigen Wirtschaft- und Lebensweise. Alle Artikel zum Thema "Corporate Responsibility"

Eco-Design

Der Begriff Eco Design (gleichbedeutend mit Green-Design und Öko-Design) bezieht sich darauf, ökonomische und ökologische Vorteile mit guten Gestaltungsmöglichkeiten zu vereinen. Dabei wird eine systematische Vorgehensweise genutzt, um so früh wie möglich ökologische Aspekte in den Produktplanungs-, entwicklungs- und -gestaltungsprozess einzubeziehen. Dementsprechend kommen zusätzlich zu den allgemeinen Kriterien der Produktentwicklung wie Wirtschaftlichkeit, Sicherheit, Zuverlässigkeit, Ergonomie, technische Machbarkeit und Ästhetik noch die Anforderungen an die Umwelt hinzu. Ökologie und Ökonomie sollen also mithilfe eines Eco-Design mithilfe vereint werden. Bei optimaler Erfüllung des gewünschten Nutzens führt Eco Design zu Ergebnissen, die minimale Belastungen für die Umwelt hervorbringen und vielleicht sogar ökologisch positiv wirken. Alle Artikel zum Thema "Eco-Design"

Energiesparfenster

Noch gibt es keine bestimmten Eigenschaften, die ein Fenster haben muss um als Energiesparfenster gelistet zu werden. Allerdings gibt es festgelegte Kennzahlen, denen ein solches Fenster entsprechen muss, die ein modernes Fenster erfüllen muss, um zum Beispiel für die staatliche Förderung zum energetischen Bauen & Sanieren zugelassen werden. Die Fenster werden nach ihrem U-Werten bewertet, also dem Wert, der die Wärmedurchlässigkeit in Zahlen angibt. Modernste Energiesparfenster sind bereits mit einem drei-Scheiben-Glas und einem Rahmen mit sechs-Kammern ausgestattet. Damit bleibt die Kälte draussen und die Wärme drinnen. Dadurch wird viel weniger Energie benötigt um Räume zu beheizen. Durch gut isolierte Fenster wird weniger vom klimaschädlichen Treibhausgas CO2 ausgestoßen. Alle Artikel zum Thema "Energiesparfenster"

Erneuerbare Energien

Erneuerbare Energien werden auch als regenerative Energien bezeichnet. Diese greifen nicht wie fossile Energien (Öl, Kohle und Gas) auf endliche Ressourcen zurück. Damit kann durch die Nutzung von Wind-, Wasser- und Sonnenenergie wesentlich zur Nachhaltigkeit beigetragen werden. Diese Ressourcen verringern den Ausstoß von CO2 und mindern die Abhängigkeit zu fossilen Energien. In der Immobilienbranche wird Solarenergie genutzt, um Strom und Wärme zu gewinnen. Alle Artikel zum Thema "Erneuerbare Energien"

Flächeninanspruchnahme

Unter Flächeninanspruchnahme, auch Flächenverbrauch genannt, versteht man die Umwandlung von landwirtschaftlichen oder naturbelassenen Flächen in Siedlungs- und Verkehrsflächen. Es handelt sich also um eine spezielle Art der Änderung der Flächennutzung. Es gehen landwirtschaftliche Nutzflächen und natürliche Lebensräume verloren, dafür werden aber Siedlungs- und Verkehrsflächen erweitert.

Green building

Als green building werden Gebäude bezeichnet, die unter dem Leitgedanken der Nachhaltigkeit geplant und entwickelt werden. Dabei steht besonders die Ressourceneffizienz in den Bereichen Material, Wasser und Energie im Mittelpunkt. Gleichzeitig werden negative oder schädliche Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit reduziert. Idealerweise wird dieser Anspruch der Nachhaltigkeit innerhalb aller Phasen des Gebäude-Lebenszyklus verfolgt. Beginnend bei der Projektentwicklung. Über die Planung und Konstruktion zum Betrieb bis schließlich zur Wartung und Demontage eines Gebäudes. Alle Artikel zum Thema "Green building"

Greenwashing

Greenwashing entsteht dann, wenn zu Unrecht nachhaltiges Engagement in Anspruch genommen wird. Dieser Begriff ist international etabliert und bezieht sich vor allem auf Unternehmen, die ihre Leistungen als sozial oder ökologisch darstellen, diese allerdings nur minimal den Kriterien entsprechen oder nicht vorhanden sind. Bei tatsächlich nachhaltigem Anspruch sollte das Soziale- und Umweltengagement innerhalb des Unternehmens eine Priorität ausmachen. Denn Geschäftspartner und Kunden erwarten, dass Firmen ihre Standards ernst nehmen, sonst kann es schnell zu negativen Reaktionen kommen. Die negativen Folgen für Firmen und Unternehmen sind Boykotte und Abmahnungen. In extremen Fällen können auch juristische Schritte eingeleitet werden, etwa eine Klage wegen Verbrauchertäuschung.

Luftwärmepumpe

Eine Luftwärmepumpe oder auch Luft Wasser Wärmepumpe genannt, nutzt die thermische Energie der Außenluft zur Erwärmung des Heiz- und Trinkwassers. Typischerweise steht sie als Monoblock außerhalb des Gebäudes auf dem Grundstück. Bei der Split-Wärmepumpe wird der Wärmepumpenkreis aufgeteilt in Außeneinheit und Inneneinheit, die vorwiegend im Keller installiert wird. Infolge des vergleichsweise niedrigen Installationsaufwands, geringer Betriebskosten und hoher Umweltfreundlichkeit wird eine Luft-Wärmepumpe gerne im Neubau eingesetzt.

Nachnutzung

Der Begriff der Nachnutzung bezeichnet im Baugewerbe eine veränderte Nutzung eines Gebäudes oder Raumes, der eigentlich angedachten Funktion. Meist wird der Begriff bei größeren Gebäudekomplexen angewandt, die auf der Grundlage einer speziellen Nutzung entworfen und konzipiert wurden. Das heißt, eine Nachnutzung ist oft mit gravierenden Änderungen der Gebäudestruktur verbunden.

Ökologische Qualität

Eine der drei Dimensionen der grundlegenden Nachhaltigkeit ist die Ökologische Qualität. Der Grundgedanke ist es, die größtmögliche Einsparung von Ressourcen zu gewährleisten. Außerdem sollen schädliche Emissionen und die damit verbundenen Abfälle minimiert werden. Damit sollen Mensch Umwelt vor den negativen Einflüssen des Bauens geschützt werden. Möglichst wenige Rohstoffe, Energien, Flächen und Wasser sollten zum Einsatz kommen. Der Fokus liegt hier immer auf dem gesamten Lebenszyklus einen Bauwerks, und nicht nur auf dem Moment der Bauphase. Alle Artikel zum Thema "Ökologische Qualität"

Ökonomische Qualität

Die ökonomische Qualität bezieht sich bei Gebäuden auf drei Ziele: die Optimierung der Lebenszykluskosten, die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit und der Erhalt des Kapital- und Gebäudewertes. Der Gesamtbedarf an Ressourcen eines Gebäudes soll reduziert und die globale und lokale Umwelt geschützt werden. Dabei wird Rücksicht genommen auf die Inanspruchnahme von Flächen, Baustoffen und Energieträger. Auch die Bauweise hat einen wichtigen Standpunkt innerhalb der Ökonomischen Qualität, sie soll mit dem Fokus der Dauerhaftigkeit von Gebäuden angegangen werden. Das bedeutet, es ist nicht nur wichtig bei der Erbauung auf die Nachhaltigkeit zu achten, sondern auch zukunftsorientiert zu agieren. Alle Artikel zum Thema "Ökonomische Qualität"

Ökostrom

Der Begriff Ökostrom bezeichnet elektrische Energie, die aus erneuerbaren und umweltfreundlichen Energiequellen wie Wind, Sonne oder Biomasse gewonnen wird. Damit ist Ökostrom Teil der nachhaltigen Energieversorgung. Die erneuerbare Energiegewinnung grenzt sich klar von konventioneller Energiegewinnung aus Kernenergie und fossilen Energieträgern ab. Weitere oft verwendete Begriffe für Ökostrom sind Grünstrom und Naturstrom. Alle Artikel zum Thema "Ökostrom"

Photovoltaikanlage

Mit der Photovoltaikanlage wird ein Teil der Sonnenenergie mittels Solarzelle in elektrische Energie umgewandelt. Diese kann in das eigene Netz eingespeist oder an Energiekonzerne abgegeben werden.

Rohbau

Als Rohbau gelten Bauwerke, deren äußere Kontur einschließlich der Dachkonstruktion gegeben ist. Fenster, Fassade und Innenausbau sind allerdings noch nicht fertiggestellt. Das bedeutet, eine zweckbestimmte Nutzung eines Rohbaus ist nicht möglich. Der Abschluss des Rohbaus wird meist mit einem Richtfest, nach Aufstellung des Dachstuhls, im Beisein der am Bau Beteiligten und dem Bauherrn gefeiert. Ein Prüfstatiker muss nach Abschluss der Rohbauarbeiten das Gebäude fehlerfrei abnehmen. Nach erfolgreicher Abnahme beginnt der Innenausbau des Bauwerks. Alle Artikel zum Thema "Rohbau"

Rohinstallation

Der Begriff Rohinstallation bezieht sich auf den Bautenstand, bei dem sämtliche Leitungen für Heizung, Sanitär und Elektro, die unter Putz bzw. Estrich verlegt werden müssen, fertiggestellt sind. Das bedeutet, auch Ventile, Verteiler, Absperrgruppen und die Verrohrungen vom Heizkessel zum Heizkörper müssen gegeben sein. Danach kann der weitere Innenausbau stattfinden. Alle Artikel zum Thema "Rohinstallation"

Smart home

Smart Home ist ein Oberbegriff für technische Verfahren, mit denen unterschiedliche Haushalts- und Multimediageräte miteinander vernetzt werden um die Sicherheit, den Komfort und die Lebensqualität zu verbessern. Dabei können die Geräte meist zentral ferngesteuert werden. Das ermöglicht die Automatisierung von Alltagsvorgängen, die sowohl Zuhause als auch von unterwegs schnell an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden können. Die gängigsten Smart-Home-Komponenten finden sich in Form von Lampen, Heizungen und Audiogeräten. Alle Artikel zum Thema "Smart home"

Solarenergie

Solarenergie oder Sonnenenergie bezeichnet die Energie die aus Sonnenstrahlung gewonnen wird, und in Form von elektrischem Strom, Wärme oder chemischer Energie genutzt werden kann. Auf den Dächern von Immobilien können Solarkollektoren angebracht werden. Die Sonnenstrahlung in Wärmeenergie umwandeln. Die gewonnene Wärme findet dann Nutzung zur Heizung von Häusern und Gebäuden und der Warmwasserbereitung. Alle Artikel zum Thema "Solarenergie"

Tierschutz

Zum Tierschutz zählen alle Aktivitäten des Menschen, die darauf ausgelegt sind Tieren ein artgerechtes Leben ohne Zufügung von Leid, Schmerzen, Schäden und unnötigen Beeinträchtigungen zu gewährleisten. Dabei geht es um jedes einzelne Tier und dessen Unversehrtheit. Im Tierschutzrecht und den dazugehörigen Regelungen liegen die Schwerpunkte auf der sach- und artgerechten Haltung, dem Umgang mit und die Nutzung von Tieren durch den Menschen. Alle Artikel zum Thema "Tierschutz"

Wertschöpfungskette


Die Gesamtheit aller Dienstleistungen und Produktionen für ein Unternehmen oder ein Produkt wird als Wertschöpfungskette bezeichnet. Beginnend beim Anbau eines Rohstoffes (z.B. Landwirtschaft) oder beim Abbau eines Rohstoffes (z.B. Bergbau), reicht die Wertschöpfungskette über die Weiterverarbeitung bei Zulieferern bzw. dem Unternehmen selbst weiter über den Handel bis hin zur Nutzung bei Privat- oder Geschäftskunden. Des Weiteren wird auch die Wiederverwendung und/oder Entsorgung veralteter Produkte innerhalb der Kette eingeschlossen. Mithilfe der Wiederverwendung ist es möglich, aus bereits vorhandenen Produkten Rohstoffe für andere Produkte zu gewinnen. Somit umfasst die Wertschöpfungskette alle Aspekte des Lebenszyklus eines Produkts.