Sozialer Wohnungsbau in Leipzig – ein Beispiel

Veröffentlicht am Montag den 18. November 2019

Die wichtigste Aufgabe des sozialen Wohnungsbaus besteht darin, Haushalte mit niedrigem Einkommen zu unterstützen und bezahlbaren Wohnraum zu schaffen. Trotz staatlicher Förderung wurden 2018 nur 27.040 Sozialwohnungen neu gebaut, weit weniger als notwendig wären. Der Mieterbund hält 80.000 Wohnungen jährlich für erforderlich. Die Differenz ist also gravierend.

Gerade in den wachsenden Top-Standorten, wie Berlin oder Leipzig, wird eine Vielzahl an Sozialwohnungen benötigt, jedoch sind die Kosten für Baugrundstücke stark gestiegen, so dass die Rechnung für Bauherren nicht aufgehen kann. LEWO AG-Vorstand Stephan Praus beschäftigt sich seit Jahren mit dem Thema und hat nun ein privates Projekt in Leipzig Anger-Crottendorf entwickelt.

In der Karl-Vogel-Straße stand ein zum Teil unbebautes Grundstück für dieses Vorhaben zur Verfügung. Praus verzichtet hierbei auf eine marktgerechte Verwertung der Baulücke. So entstehen bis 2021 insgesamt 10 moderne 3- und 4-Raum-Wohnungen mit Aufzug. „Diese Wohnungen werden später ausschließlich an Wohnungssuchende mit Wohnberechtigungsschein vermietet“, so Praus. „Damit leisten wir einen kleinen sozialen Beitrag und ich freue mich sehr, dass vergangene Woche die Baugenehmigung erteilt wurde – es kann losgehen.“

Um den sozialen Wohnungsbau stärker zu fördern, wäre es wichtig, dass auch Städte und Gemeinden ihre Grundstücke nicht ausschließlich an den Meistbietenden verkaufen. Gemeinsame Projekte, bei denen günstiges Bauland von Kommunen und Bund für private Investoren zur Verfügung gestellt werden, mit einer Verpflichtung dort nur sozialen Wohnungsbau zu realisieren, sind einen Gedanken wert. Das wäre ein weiterer guter Schritt, um zukünftig mehr Sozialwohnungen zu bauen. Stephan Praus und andere private Investoren wären sicher zu einer solchen Zusammenarbeit sofort bereit.