Ist Ihr Zuhause schon klimafit?

Veröffentlicht am Mittwoch den 25. März 2020

Als Eigenheimbesitzer kann jeder in Deutschland einen Teil zum Klimaschutz beitragen. Positiver Nebeneffekt: Bei vielen Maßnahmen spart man sogar Geld. Wir zeigen Ihnen 5 wirkungsvolle Veränderungen, mit denen Sie Ihr Haus klimafit gestalten:

  • Der Markt bietet viele nachhaltige Alternativen
  • Prüfen Sie, ob Ihr Zuhause schon klimafit ist
  • Die Wahl der Materialien ist ausschlaggebend

1. Weg von Öl und Gas

Ab 2021 sollen Hausbesitzer mit bis zu 40 % von der Bundesregierung gefördert werden, um von Öl- und Gasheizungen auf klimaneutrale Heizquellen umzusteigen. Denn emissionsarme Installationen wie eine Hackschnitzel- oder Erdwärmeheizung sind in der Anschaffung meist doppelt so teuer wie herkömmliche Heizungen. Langfristig gesehen können aber mit der Installation von nachhaltigen Heizungsanlagen Kosten reduziert werden. Denn der Verbrauch ist dann hier deutlich geringer als der von Öl- und Gasheizungen.

Anders verhält es sich bei einer Solarthermieheizung: Die Anschaffungskosten sind im Vergleich zu anderen nachhaltigen Optionen gering und der Betrieb erfolgt ausschließlich mit erneuerbaren Energien. Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) stellt für Solaranlagen bereits 20.000 Euro für Privathaushalte zur Verfügung. Wichtig ist, dass ausreichend Platz zur Verfügung haben steht, um Sonnenkollektoren auf dem Dach anzubringen. Meist werden diese Anlagen zusätzlich zu einer anderen Heizung verbaut. Eine doppelte Nutzung der Sonnenenergie erhalten Sie, Mithilfe einer Wärmepumpe, die der Umgebung Wärme entzieht, kann die Sonnenenergie doppelt genutzt werden. Diese Lösung ist die nachhaltigste, allerdings auch die kostenintensivste. Aber auch hierbei kann man auf die staatliche Förderung zurückgreifen.

2. Sonnenenergie statt herkömmlichen Strom nutzen

Innerhalb der letzten Jahre sind die Anschaffungskosten für eine Solaranlage auf dem eigenen Dach stark gesunken. Nachhaltig und langfristig kann dadurch Strom von der Sonne bezogen werden. Zum Vergleich: Derzeit kostet die Kilowattstunde für konventionellen Strom durchschnittlich 30 Cent. Solarstrom liegt zwischen 3,71 und 11,54 Cent pro kWh. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass die Preise für Solarstrom in den nächsten 20 Jahren konstant bleiben, Normalstrom wird hingegen deutlich teurer werden.

3. Alternative Dämmstoffe

Neben synthetischen Dämmstoffen wie Styropor und Polyurethan gibt es für Dämmmaterial nachhaltige und natürliche Alternativen, wie z. B. Seegras, Wellpappe, Jute und Blähton. Die Herstellung von Styropor stellt eine hohe Belastung für die Umwelt dar, da hierbei die fünffache Menge an Öl im Vergleich zu anderen Dämmstoffen verwendet wird. Zwar ist die Herstellung per se kostengünstig die Entsorgung synthetischer Dämmstoffe aber kostenintensiv und umweltschädlich.

Der Markt bietet viele natürliche Optionen. Seegras bspw. eignet sich als Dämmstoff, da es sehr gut Feuchtigkeit reguliert und resistent gegen Schädlinge, Fäulnis und Pilze ist. Jute wird aus alten Kaffee- und Kakaosäcken gewonnen und für Dämmmatten verwendet. Mit diesem Material ist man gut gegen Schimmel, Insekten und Nagetiere gewappnet. Außerdem erzeugt der Rohstoff ein gutes Raumklima und erreicht gute Dämmwerte. Viele Gemeinden, Städte und Bundesländer fördern eine Sanierung der Fassade mit natürlichen Dämmstoffen.

4. Energieeffiziente Fenster

Ein nachhaltiges Fenster zeichnet sich dadurch aus, dass es eine gute Wärmedämmung leistet und dadurch Heizkosten spart. Alte Fenster sind weniger energiesparend als modernere Optionen. Der U-Wert gibt an, wieviel Wärme eine Fläche von einem Quadratmeter innerhalb einer Stunde durchlässt. Bedeutet: Je geringer der U-Wert, desto geringer auch der Energieverlust. Besonders effiziente Fenster sind Dreifachverglasungen und Wärmeschutzgläser. Auch im Hinblick auf die Fensterrahmen gibt es nachhaltige Möglichkeiten. Am besten geeignet sind Rahmen aus Holz, Kunststoff und Aluminium. Ökologisch betrachtet ist Holz die beste Wahl. Legt man großen Wert auf gute Dämmeigenschaften bieten sichKunstoff- und Aluminiumrahmen an.

5. Ein nachhaltiges gedecktes Dach

Sind die verwendeten Materialien so gewählt, dass die Schutzfunktion lange und ohne hohen Pflegeaufwand gewährleistet ist? Dann spricht man von einem nachhaltig gedeckten Dach. Aluminium gilt als besonders leicht, langlebig und günstig. Ein Alu-Dach hält bis zu 90 Jahre, genauso langlebig ist auch Dachschiefer. Dieser ist zwar teurer, aber ökologisch wertvoller. Gefragt sind auch Dachziegel aus natürlichem Ton. Sie sind preiswerter als Dachschiefer und zudem recyclingfähig. Abgesehen von den Mörtelresten können sie vollständig wiederverwendet werden. Als traditionelle und natürliche Methode gilt auch das Reetdach, welches in der Anschaffung zwar kostenintensiver als andere Methoden ist, aber dafür ein sehr gutes Raumklima und einen effizienten Wärmeausgleich erzeugt.

Ob Ihr Zuhause schon klimafit ist, können Sie anhand unserer Übersicht überprüfen.

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