Mit Mietbienen gegen Erntetief

Veröffentlicht am Montag den 29. Juli 2019

Die Möglichkeit Autos, Werkzeuge, Urlaubsappartements und Elektrogeräte zu mieten ist nichts Neues. Bienen mieten allerdings schon. Da die kleinen gelb-schwarzen Insekten vom Aussterben bedroht sind, gibt es schon einige Versuche ihnen mehr Lebensraum zu gewährleisten. Im niederländischen Utrecht wurden bisher schon 316 Bushaltestellen mit Pflanzen und Gräsern ausgestattet.

  • Hummeln und Bienen finden dank der neuen Bushaltestellen mehr Nahrung
  • Bienen haben Einfluss auf 41% der Ernteerzeugnisse
  • Bereits 150 Miet-Bienen-Völker sind an 70 Standorten im Einsatz

Auch in Leipzig werden derzeit 900 solcher Wartehäuser errichtet. Ein Teil von ihnen bekommt eine Bepflanzung und die anderen erhalten Solarpaneele. Die dafür extra ausgewählten Pflanzen, sogenannte Sedum-Pflanzen, eignen sich besonders für Hummeln und Bienen.

Bienen haben eine sehr große volkswirtschaftliche Bedeutung. Ohne ihre Bestäubungsarbeit könnten viel weniger Äpfel, Kirschen und Kürbisse geerntet werden. Dies haben Agrarökonomen der Universität Hohenheim errechnet. Demnach betrug die Wertschöpfung durch die Bestäubungsarbeit von Bienen ca. 1,6 Milliarden Euro pro Jahr. Ohne die, die Anbauerlöse im Schnitt 41 Prozent geringer wären.

Eine weitere Möglichkeit, die Insektenarten zu erhalten, ist das Mieten von Bienen. Auf ungenutzten Grundstücken oder Häuserdächern können Bienenstöcke aufgestellt und betreut werden. Es wird ein ganzes Volk angemietet und zieht an einem Wunschort ein. So wird der Fortbestand der Tiere gefördert und neuer Lebensraum und damit eine Zukunft geschaffen. Natürlich werden alle Standorte und Mietanfragen genau geprüft, da es sich um lebende Tiere handelt.

Groß geworden ist die Idee mit „Bee Rent“ von Dieter Schimanski, der Mitglied im Imkerverein Bremen 1875 ist. Er und sein Team arbeiten seit 2015 an diesem Projekt und betreuen die Bienenvölker vom Aufbau der Boxen, über die Pflege bis hin zur Honigernte. Heute stehen bereits 150 Miet-Bienen-Völker an 70 verschiedenen Standorten in Deutschland.

  • Biomimetik
  • Ökologische Qualität
  • Tierschutz