Gesundes Raumklima dank Zimmerpflanzen

Veröffentlicht am Montag den 28. September 2020

Pflanzen machen jede Wohnung schöner. Das finden einer Umfrage zufolge fast 76 Prozent der Deutschen. Und damit nicht genug: Zimmerpflanzen steigern unser Wohlbefinden. Denn die grünen Mitbewohner sorgen nicht nur für ein natürlich-wohnliches Ambiente, sondern haben auch positive Auswirkungen auf Raumklima und Gesundheit.

  • Das Wohnen mit Zimmerpflanzen hat in Deutschland eine lange Tradition.
  • Eine NASA-Studie zur Verbesserung des Raumklimas ergab, dass Zimmerpflanzen die Luft in Innenräumen deutlich verbessern können.
  • Eine Reihe pflegeleichter Zimmerpflanzen besitzt luftreinigende Eigenschaften, die helfen, Schadstoffe aus der Raumluft herauszufiltern.

Grüner Trend mit Tradition

Die Deutschen haben ein Herz für Wohngrün: Etwa 105 Euro gab jeder Bundesbürger im Jahr 2018 durchschnittlich für Blumen und Pflanzen aus, ein nicht geringer Teil davon entfiel auf Zimmerpflanzen. Kein Wunder, denn Pflanzen sind dekorativ, machen Haus und Wohnung lebendiger und erfreuen sich zudem in den letzten Jahren auch als trendige Einrichtungsstücke wachsender Beliebtheit. Das beweisen die Beiträge zahlreicher Social-Media-Profile unter Hashtags wie #plantlover oder #urbanjungle. Dabei ist der Trend zum Wohnen mit Grünpflanzen nicht neu. Bereits im 19. Jahrhundert holte sich das gut betuchte Bürgertum eigens aus tropischen Regionen importierte Pflanzen in die eigenen vier Wände. Besonders beliebt waren Orchideen, Farne sowie die auch heute wieder sehr populäre Monstera. Gemeinsam ist Pflanzenfreunden damals wie heute die Sehnsucht nach einem Stück Natürlichkeit in zunehmend urbanisierten Wohnverhältnissen.

Grünpflanzen als Luftfilter

Dass Mieter sich mit Zimmerpflanzen auch einen gesundheitlichen Gefallen tun, hat eine Studie der US-Raumfahrtbehörde NASA offenbart. Mit der Clean Air Study aus dem Jahr 1989 sollte ursprünglich das Klima in Raumstationen verbessert werden. Der Schlüssel dazu, so stellten die Forscher fest, waren Grünpflanzen. Sie produzieren Sauerstoff, wandeln schädliches Kohlenstoffdioxid um – und sind in der Lage, Schadstoffe wie etwa Formaldehyd aus der Luft zu filtern. Diese gelangen etwa durch Möbel, Wandfarben, Reinigungsmittel oder Kunststoffe in Wohnungen und können Kopfschmerzen, Allergien oder Atemwegsbeschwerden auslösen. Ideal, so die Forscher, sei eine Pflanze pro neun Quadratmeter Wohnfläche. Mehr und größere Pflanzen steigern den Luftreinigungseffekt.

Pflegeleichte Luftverbesserer

Ein besonders grüner Daumen ist für die Pflege raumklimaverbessernder Pflanzen nicht vonnöten. Für absolute Einsteiger eignen sich beispielsweise wasserspeichernde und dickblättrige Pflanzen wie etwa Sukkulenten oder Bogenhanfgewächse. Sie benötigen keine allzu intensive Pflege, sind trotzdem ein optisches Highlight und der hohe Feuchtigkeitsanteil der Blätter sorgt für gute Luftreinigungseigenschaften. Ebenfalls effektiv als Luftfilter fungieren Einblatt, Drachenbaum und Kentiapalme. Sie bieten mit einer mittleren bis großen Wuchshöhe auch ein imposantes Erscheinungsbild. Wer es üppig wuchernd mag, greift zum immergrünen Efeu. Er gehört zu den Zimmerpflanzen mit der höchsten Luftreinigungswirkung. Natürlich sollte bei aller Pflanzenliebe nicht vergessen werden, dass der beste Weg zu einem gesunden Raumklima regelmäßiges und der Jahreszeit angepasstes Lüften ist. Tipps zum richtigen Heizen und Lüften finden Sie in unserer Checkliste.

Urban Gardening auf Balkon und Terrasse

Wer in Sachen grüne Lunge daheim noch einen Schritt weiter gehen möchte, kann sich auch auf Balkon und Terrasse eine blühende Oase erschaffen. Urban Gardening lautet das Stichwort, denn für den Anbau von Blumen, Kräutern sowie Obst und Gemüse reichen schon wenige Quadratmeter aus. Je nach Lage lassen sich Tomaten, Salat, Radieschen und sogar Erdbeeren oder Himbeeren kultivieren. Reich bepflanzte Töpfe, Kästen oder Hochbeete mit Grün- und Blühpflanzen machen den urbanen Dschungel perfekt. Wer genügend Platz für eine Regentonne oder ein anderes großes Gefäß zum Auffangen von Regenwasser hat, kann seinen Minigarten sogar auf nachhaltige Weise bewässern.

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