Wenn die Nacht zum Tag wird

Veröffentlicht am Dienstag den 23. Mai 2023

Ob Straßenlaternen, Leuchtreklamen, Skybeamer, beleuchtete Fassaden, Schaufenster oder Baustellen – die Zahl der Lichtquellen, die für eine künstliche Aufhellung des Nachthimmels sorgen, hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Gerade in städtisch geprägten Regionen lassen sich am nächtlichen Firmament kaum noch Sterne mit bloßem Auge erkennen. Dieses als Lichtverschmutzung bezeichnete Phänomen kann gravierende Auswirkungen auf Menschen, Tiere und Pflanzen haben.

  • Die Ursache für Lichtverschmutzung ist entweder direkt blendendes Kunstlicht oder Kunstlicht, das in der Atmosphäre durch Wasserdampf- oder Staubteilchen gestreut wird und damit den Himmel in Form einer „Lichtglocke“ aufhellt.
  • Einer Untersuchung aus dem Jahr 2016 zufolge lebten bereits mehr als 99 Prozent der Bevölkerung Europas unter einem lichtverschmutzten Himmel. 60 Prozent von ihnen konnten die Milchstraße nicht mehr erkennen.
  • Wissenschaftler schätzen, dass an den ungefähr neun Millionen Laternen, die an Deutschlands Straßen stehen, allein in den Monaten von Juli bis September rund 60 Milliarden Insekten verenden.
  • Lichtverschmutzung zu vermeiden, bedeutet in erster Linie, intelligente Beleuchtungskonzepte anzuwenden und Lichtquellen zweckmäßig einzusetzen. Oft lassen sich damit auch Energie und Kosten sparen.

Für viele biologische Prozesse gibt Licht den Takt vor, unter anderem für den Schlaf-Wach-Rhythmus beim Menschen. Werden diese Abläufe durch nicht-natürliche Beleuchtung gestört, kann das gesundheitliche Störungen hervorrufen. Aber auch auf die Tierwelt hat die wachsende Zahl künstlicher Lichtquellen negative Auswirkungen: So werden beispielsweise nachtaktive Tiere, darunter Zugvögel, durch Kunstlicht angezogen beziehungsweise irritiert, was zu Desorientierung auf ihren Flugrouten oder sogar Tod durch Kollision mit Lichtquellen oder beleuchteten Objekten führen kann. Amphibien oder Säugetiere, darunter auch geschützte Arten, werden bei Nahrungssuche und Fortpflanzung beeinträchtigt. Auch verenden in jedem Jahr unzählige Insekten, indem sie an heißen Lampen verbrennen oder kollabieren, nachdem sie stundenlang um künstliche Lichtquellen herumgeflogen sind. Nächtliches Kunstlicht beeinflusst auch den natürlichen Wachstumszyklus von Pflanzen. So verlieren beispielsweise einige Baumarten neben Straßenlaternen später im Jahr ihre Blätter und erleiden dadurch oft erhebliche Frostschäden, was zur Schwächung dieser Bäume führen kann.

Kunstlicht vermeiden, wo es möglich ist

Um die Umgebung nicht mit Licht zu „verschmutzen“, kommt es auf zwei Dinge an: Zum einen, generell unnötiges Kunstlicht zu vermeiden, und zum anderen, die Beleuchtung so auszurichten, dass sie möglichst nur den vorgegebenen Zweck erfüllt und nicht in die Umgebung abstrahlt. In der konkreten Umsetzung bedeutet das:

  • Notwendigkeit prüfen: Nur dort beleuchten, wo es aus Gründen der Sichtbarkeit beziehungsweise Sicherheit wirklich erforderlich ist.
  • Weniger ist mehr: Wege und Objekte sollten nur so hell wie nötig ausgeleuchtet werden. Dabei sind vorzugsweise energiesparende Leuchten einzusetzen.
  • Präzise Ausrichtung und Lichtlenkung: Um Abstrahlungseffekte in den Nachthimmel zu vermeiden, sollten Lampen und Strahler möglichst punktgenau die zu beleuchtenden Flächen fokussieren. Der Lichtstrom sollte dabei immer von oben nach unten und nicht umgekehrt gerichtet sein. Auf das Anstrahlen von Bäumen, Büschen, Teichen oder Wänden sollte möglichst verzichtet werden.
  • Farbtemperatur anpassen: Statt „kaltweißem“ Licht mit Wellenlängen unter 500 nm oder einer Farbtemperatur (cct) von über 3000 K sollten Farbtemperaturen von 2000 K oder weniger gewählt werden (Einsatz von Natriumdampflampen und gelben oder bernsteinfarbenen LEDs).
  • Lichteinsatz steuern: Werden Lichtquellen nicht dauerhaft benötigt, sollten sie entweder per Bewegungsmelder bedarfsgerecht aktiviert oder per Zeitschaltmechanismus komplett ausgeschaltet werden.

EWO ergreift konkrete Maßnahmen gegen Lichtverschmutzung

Diesen Ansatz verfolgt auch die LEWO AG – zum einen bei der Projektion und Planung von Gebäuden und zum anderen beim gezielten Einsatz von Licht auf den Baustellen des Unternehmens. So wird beispielsweise beim unlängst fertiggestellten Projekt LA VIDA-CASA MIA in der Leipziger Südvorstadt darauf geachtet, dass die an der Fassade angebrachten Leuchten nach unten gerichtet sind und somit kein Licht in den Nachthimmel abstrahlen. Bei der Beleuchtung ihrer Baustellen, unter anderem beim Projekt GAP – Gästehaus am Park in Leipzig, setzt LEWO auf grünes LED-Licht, da dieses nachweislich weniger Insekten anzieht als herkömmliches Weißlicht und darüber hinaus weniger störend für die Anwohner wirkt.

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